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Celle muss mehr

ZDF-Studie: „Wo lebt es sich am besten?“ – Celle im hinteren Viertel

17.05.2018 - 17:58 Uhr     CELLEHEUTE    0

MAINZ/CELLE. Arbeit & Wohnen, Freizeit & Natur, Gesundheit & Sicherheit – wie schneidet Celle unter den 401 Landkreisen und Städten bei diesen Themen ab? Die Lebensumstände in Deutschland seien weitgehend gleichwertig. Allerdings gäbe es in abgelegenen ländlichen Regionen und an alten Industriestandorten Anlass zur Sorge. Die Unterschiede zwischen Ost und West seien dagegen kleiner als erwartet. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie im Auftrag von „ZDFzeit“. Mit Platz 320 fällt das Ergebnis für unseren Landkreis sehr ernüchternd aus – von möglichen 300 Punkten gerade einmal 153 erreicht.



Sehr gute Rahmenbedingungen böten München, Heidelberg und Starnberg – sie belegen die ersten drei Plätze in der exklusiven ZDF-Deutschland-Studie. Duisburg, Herne und Gelsenkirchen bilden die Schlusslichter der 401 Kreise und Städte, deren Lebensverhältnisse in 53 verschiedenen Kategorien untersucht wurden. In Niedersachsen wird Celle von nahezu allen „gefühlt gleichwertigen“ und auch größeren Regionen überholt, so richtig „top“ ist aber kein Ort. Lüneburg belegt Rang 241, sogar in Uelzen lebe es sich zwei Punkte besser. Wolfsburg, Braunschweig, Hannover bilden den deutschen Durchschnitt – lediglich Orte wie Peine oder Salzgitter rangieren hinter Celle.

Mit der Deutschland-Studie liege erstmals ein umfängliches Regionen-Ranking zu den Lebensverhältnissen im Land vor. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos habe dafür neben amtlichen Statistiken auch exklusive Daten ausgewertet, die sich an den Grundbedürfnissen des Menschen orientieren: etwa Gesundheit, Wohnen, Versorgung, Arbeit, Sicherheit oder Freizeit.

Jede Region konnte maximal 300 Punkte erreichen. Mit 207 Punkten steht Spitzenreiter München zwar vorne, aber auch vor großen Herausforderungen: Wohnen ist teuer, es gibt zu wenig Kita-Plätze, die Luftqualität ist eher schlecht. Umgekehrt gehen die Regionen am unteren Ende des Rankings nicht leer aus. Auf dem letzten Platz erreicht Gelsenkirchen noch 109 Punkte. Gelsenkirchen punktet zum Beispiel mit Kulturangeboten und bezahlbarem Wohnraum.

Insgesamt macht die Studie ein Nord-Süd-Gefälle bei den Lebensverhältnissen in Deutschland sichtbar. Die Regionen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen erreichen zusammengenommen im Schnitt 177 Punkte, nordwestdeutsche Regionen in NRW, Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein nur 152. Das sind 25 Punkte Unterschied. Der Unterschied zwischen West und Ost beträgt hingegen nur 3 Punkte.

Die Regionen in Ostdeutschland schneiden in Kategorien zu Freizeit, Natur und Kinderbetreuung überdurchschnittlich gut ab. Städte wie Potsdam, Dresden, Jena und Rostock schaffen es unter die besten 50 Regionen Deutschlands. Im Osten steht es zudem besonders gut um Aspekte der Gleichberechtigung.

Die ZDF-Deutschland-Studie zeige zudem: Alle Städte in der Bundesrepublik zusammengenommen erreichen im Durchschnitt 167 Punkte, alle ländlichen Regionen 166 Punkte. In den Toprängen finden sich beide: Städte wie Heidelberg, Ulm oder Regensburg, aber auch Landkreise wie die Südliche Weinstraße oder ländliche Kreise im Voralpenraum. Stadt und Land punkten jedoch auf unterschiedlichen Gebieten, das Land zum Beispiel mit geringer Kriminalität, die Stadt mit vielen Kulturangeboten.

In ländlichen Regionen, weit weg von städtischen Zentren, sind die Lebensverhältnisse allerdings häufig insgesamt schwierig. Die Gegenden leiden unter anhaltendem Bevölkerungsschwund. Solche Landkreise gibt es sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland. Besonders hart trifft es etwa den Landkreis Nienburg in Niedersachsen, die Uckermark in Mecklenburg-Vorpommern oder den Vogelsbergkreis in Hessen. Hier liegt die Gesamtpunktzahl bis zu 31 Punkte unter dem Bundesdurchschnitt von 166 Punkten.

Viele Nachbarkreise attraktiver deutscher Großstädte wie München, Freiburg, Nürnberg, Stuttgart, Hamburg oder Berlin weisen dagegen gute bis sehr gute Rahmenbedingungen für Lebensqualität auf. In diesen Kreisen kann man häufig sowohl die Vorteile der Städte wie gute Jobmöglichkeiten und eine lebendige Stadtkultur als auch ländliche Vorteile wie saubere Luft und preiswerteren Wohnraum genießen.

„Celle kann mehr“ heißt es aus dem Rathaus. „Celle muss mehr“ ist die eindeutige Botschaft der Studie – und die gilt nicht für die Stadt allein, sondern dem gesamten Landkreis. 

Alle Daten aus Celle:
Celle_ZDFzeit_Deutschlandstudie

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