Zehn Überschwemmungsgebiete in der Region vorläufig gesichert

Umwelt Von Extern | am Do., 11.11.2021 - 10:20

HANNOVER/CELLE. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat eigenen Angaben zufolge im Gebiet der Region Hannover und im angrenzenden Landkreis Celle erneut zahlreiche Überschwemmungsgebiete ermittelt und vorläufig gesichert. An insgesamt zehn Gewässern identifizierten die Fachleute im Rahmen des vorsorgenden Hochwasserschutzes auf einer Gesamtlänge von über 92 Kilometern ein konkretes Risiko im Hochwasserfall. Ziel sei es, Gefahren aufzuzeigen und Schäden bereits im Vorfeld zu vermeiden.

Betroffen von der vorläufigen Sicherung sind Überschwemmungsgebiete der Bruchriede, des Wietzegrabens, des Laher Grabens, des Wiesenbaches, der Wulbeck, der Auter, der Neuen Auter, des Hagener Baches, des Jürsenbaches und der Großen Beeke.

Als Überschwemmungsgebiete werden jene Flächen ausgewiesen und vorläufig gesichert, die bei einem statistisch einmal in 100 Jahren auftretenden Hochwasserereignis überschwemmt werden. Die Ermittlung dieser ohnehin natürlich vorhandenen Überschwemmungsgebiete dient einerseits dazu, die Bevölkerung vor der dort bestehenden Hochwassergefahr zu warnen. "Zugleich können die mit einem Hochwasser einhergehenden Schäden aktiv vermieden werden, da für ausgewiesene Überschwemmungsgebiete gesetzliche Auflagen etwa hinsichtlich der Bebauung gelten", erklärt Martin Scholtka von der Betriebsstelle Hannover-Hildesheim des NLWKN.

Bei der Ermittlung der Überschwemmungsgebiete werden vorhandene Hochwasserschutzeinrichtungen wie der Hochwasserentlaster des Wietzegrabens im Seckbruch und das Regenrückhaltebecken Buchholzer Straße mit berücksichtigt. "Ohne diese Hochwasserschutzeinrichtungen wären die Überschwemmungsgebiete z.B. des Wietzegrabens oder des Laher Grabens deutlich größer ausgefallen", betont Martin Scholtka.

Der NLWKN liefert der Unteren Wasserbehörde die ermittelten Erkenntnisse und sichert die Gebiete vorläufig. Die betroffenen Landkreise und kreisfreien Städte führen anschließend auf dieser Grundlage ein förmliches Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung zur endgültigen Festsetzung der Überschwemmungsgebiete durch. Hier sind auch die entsprechenden Karten  einsehbar.

Diese Flächen in der Region Hannover sind betroffen

Das vorläufig gesicherte Überschwemmungsgebiet der Bruchriede liegt im Gebiet der Städte Sehnde und Laatzen. Insbesondere in Laatzen sind hier auch bereits bebaute Flächen betroffen. Die Überschwemmungsgebiete des Wietzegrabens und des Laher Grabens liegen im Gebiet der Städte Sehnde und Lehrte sowie der Landeshauptstadt Hannover. Das Überschwemmungsgebiet des Wiesenbaches erstreckt sich auf Flächen der Gemeinden Isernhagen und Wedemark sowie der Stadt Burgwedel. Das vorläufig gesicherte Überschwemmungsgebiet der Wulbeck befindet sich im Gebiet der Städte Burgdorf und Burgwedel sowie der Gemeinden Wedemark und Wietze. Bebaute Flächen sind hier nur am Rande von Ramlingen (Stadt Burgdorf) betroffen.

Die vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiete der Auter, der Neuen Auter, des Hagener Baches und des Jürsenbaches liegen im Gebiet der Städte Garbsen und Neustadt am Rübenberge sowie der Gemeinde Wedemark. Bebaute Bereiche sind hier nur in der Stadt Neustadt am Rübenberge durch die Auter in geringem Umfang in Scharnhorst und randlich in Averhoy sowie durch den Hagener Bach in geringem Umfang in Mariensee betroffen.

Das vorläufig gesicherte Überschwemmungsgebiet der Großen Beeke erstreckt sich auf Teile der Gemeinde Wedemark und der Stadt Neustadt am Rübenberge. Bebauung ist an diesem Gewässer nur in der Gemeinde Wedemark betroffen, hier jedoch in erheblichem Umfang. Trotz guter Gewässerunterhaltung in Elze ufert die Große Beeke hier insbesondere rechtsseitig bis zur Straße Moorhestern als auch vor der Querung der Landesstraße 190 aus. Ein zweiter sehr großer Ausuferungsbereich ergibt sich nach Querung der südwestlich von Elze beziehungsweise nordöstlich von Plumhof verlaufenden Bahnlinie. Die rechtsseitige Ausuferung führt hier zu Überschwemmungen bebauter Bereiche in Plumhof und reicht bis zur Grindau.

Foto: Die Wulbeck und neun andere Gewässer in der Region, für die nun Überschwemmungsgebiete ermittelt wurden, bergen ein konkretes Hochwasserrisiko für Anlieger. Betroffen sind bebaute und unbebaute Flächen