CELLE. Der Reformation und ihren Auswirkungen bis in die heutige Zeit anschaulich und lebendig nachzugehen, haben sich das Bomann-Museum gemeinsam mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss und der evangelischen Stadtkirche St. Marien gemeinsam vorgenommen. Vom 14. Mai bis 12. November 2017 findet an drei Ausstellungsorten (in der Stadtkirche St. Marien, im Bomann-Museum Celle und im Residenzmuseum im Celler Schloss) die große Sonderausstellung „Zeichen setzen. 500 Jahre Reformation in Celle“ mit umfänglichem Begleitprogramm statt. Alle Daten, Fakten und Termine sind ab sofort auf der eigens gestalteten Website http://www.reformation-in-celle.de zu finden.

„Reformation in Celle – das war nicht nur ein „Mitlaufen“ im religiösen und gesellschaftlichen Veränderungsprozess. Sondern der Residenzstadt kam durchaus eine Vorreiterrolle zu. Noch heute lassen sich deutliche Spuren der Reformation und ihres Gestaltungswillens finden“, erläutert Hilke Langhammer vom Bomann-Museum Celle.

Die Anfänge…
Von den historischen und religiösen Anfängen ausgehend, werden im Bomann-Museum nicht nur außergewöhnliche historische Stücke gezeigt (wie eine kostbare Luther-Bibel, die stets an den „Wendetagen“ mit einer kleinen Sonderführung umgeblättert wird) sondern auch mit modernen Mitteln neue Einblicke gewährt – etwa in die Schlosskapelle, die durch eine besondere 3-D-Installation ganz neu erfahrbar wird. Dabei geht es im Residenzmuseum nicht nur um kunsthistorische Kostbarkeiten, sondern auch darum, wie durch Kunst veränderte Machtverhältnisse demonstriert und dokumentiert wurden.

Evangelisch leben heute
Als authentischer Ort der Reformation zeigt die Stadtkirche in ihrer Ausstellung, wie Christen heute aus dem Geist der Reformation leben. Die Stadtkirche als zentraler geistlicher Ort der damals gut 1500 Einwohner zählenden Residenzstadt wird um 1524 Schauplatz erster reformatorischer Regungen. Binnen weniger Jahre wurde die Stadtkirche das geistliche Zentrum der Protestanten in Celle. Doch der Weg, aus dem einen christlichen Glauben eine Vielzahl christlicher Konfessionen zu machen, die in friedlichem Austausch leben, war lang.

Vom ABC zur Luther-Socke
„Und jetzt…? Fragt der zweite, am alltäglichen Leben orientierte Ausstellungsteil im Bomann-Museum. Die Reformation ist nicht beendet, sie wirkt weiter – aber was feiern wir 2017? Welche Spuren der Reformation sind im heutigen Alltag zu finden und was hat sich verändert? Da wären zum Beispiel die veränderte Bestattungskultur oder die ersten Anstöße für eine Schulbildung für alle, für Jungen und Mädchen! Aber die Schau betrachtet auch den Mythos um Luther – zwischen Heroisierung und Hype, Legende und Wahrheit.

Auf der Website www.reformation-in-celle.de sind alle bislang feststehenden Termine wie Sonderführungen, museumspädagogische Aktivitäten und besondere Events zu finden, auf Deutsch und in Kürze auch auf Englisch. Anschaulich gestaltet, hält sie vertiefende Informationen zum großen gemeinschaftlichen Ausstellungsprojekt fest. Anmeldungen und Buchungen sind ab sofort möglich.

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