BERGEN-BELSEN. Zeichnungen von Zsuzsa Mérenyi stehen im Mittelpunkt eines Vortrages am Sonntag, 15. Januar, um 14.30 Uhr in der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Zsuzsa Mérenyi wird 1925 als Susanne Schuller, jüngste Tochter ungarischer Juden, in Deutschland geboren. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 geht die Familie zurück nach Budapest. Am 04. Dezember 1944 wird Zsuzsa, zusammen mit ihrer Schwester Lea, nach Bergen-Belsen deportiert. An diesem Tag beginnt sie, die Ereignisse im Lager in Form von Bleistiftzeichnungen in einer Art Tagebuch zu dokumentieren. Beide Schwestern werden am 23. April 1945 bei dem Abtransport ins Ghetto Theresienstadt durch sowjetische Truppen in Tröbitz befreit; Zsuzsa führt ihr Tagebuch noch bis zum 29. Juni 1945.

Die Zeichnungen geben eindrücklich das Leben im Konzentrationslager Bergen-Belsen wieder. Sie sind ein wichtiges visuelles Zeugnis aus der Geschichte Bergen-Belsens, denn Fotos sind aus dem Konzentrationslager aus der Zeit vor der Befreiung nicht überliefert. Kommentiert hat Zsuzsa Mérenyi ihre Zeichnungen in einem lebensgeschichtlichen Interview, das sie der Gedenkstätte Bergen-Belsen 1990 gab. Mit zuweilen bissigem Spott betrachten Mérenyis Zeichnungen die Absurditäten und zunehmende Hoffnungslosigkeit der Häftlinge im Konzentrationslager Bergen-Belsen.

Elke von Meding stellt das Bilderalbum und die Biographie Zsuzsa Mérenyis vor. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ort: Gedenkstätte Bergen-Belsen, Filmraum

 

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