Zeit für das Ehrenamt beim Wathlinger Neujahrsempfang

Gesellschaft Von Jan-Patrick Bi… | am Mo., 03.02.2020 - 17:52

WATHLINGEN. Schnell wurden gestern noch drei Tische nachgestellt, damit auch alle 90 Gäste zum Neujahrsempfang der Gemeinde Wathlingen im 4Generationen-Park Platz fanden. Im Vordergrund des Vormittags stand die „Zeit“: Zeit für Aufrichtigkeit, Veränderungen und Gemeinsamkeiten.

Und vor allem: Zeit für das Ehrenamt. „Es ist unsere Pflicht, Leute die Verantwortung in unserer Gesellschaft übernehmen, zu unterstützen. Dabei ist es egal, ob eine Person Geld dafür bekommt oder nicht. Wenn das Herz für ein Thema schlägt und man mehr als die 40 Stunden pro Woche dafür opfert, übernimmt man ein Ehrenamt“, beschreibt Pastor Stefan Thäsler die Arbeit der Geehrten.

Engagement findet man in der Gemeinde in den verschiedensten Themenfeldern: Daniela Alves-Maske engagiert sich als Schatzmeisterin seit mehr als drei Jahren für das DRK. Darüber hinaus steht sie dem Verein in allen organisatorischen Belangen rund um die Blutspende, Erste-Hilfe-Kurse, Datenschutzgrundverordnung etc. jederzeit zur Verfügung. Auch Sabine Wasser ist seit 1996 im Roten Kreuz Wathlingen aktiv. Sie begleitet seither die Blutspende, Kleider-Basare für Sozialschwache und zur Unterstützung des Jugendrotkreuz Wathlingen ist sie immer zur Stelle.

Durch die Eingliederung der Teeküche in den Förderverein der Oberschule kann Margitta Harms zwei Ehrenämter miteinander verbinden - die Organisation der Teeküche und die Vorstandsarbeit im Förderverein. Die „Teeküchenchefin“ leistet herausragende und zuverlässige Arbeit.

In den Reihen des Partnerschaftsvereins Villeparisis - Wathlingen e.V. halten Udo Dolla, stellvertretender Vorsitzender, Kassenwartin Rota Mund und Schriftführerin Annegret Krebs die Partnerschaft am Laufen. Damit es in der Herzsportgruppe zu vielen tollen Erlebnissen kommt, organisieren Emmi und Kurt Marx seit Jahren Tagesreisen für die Herzsportgruppe und der Wathlinger Dorfgemeinschaft nach Italien. Brigitte Alpers ist seit zehn Jahren beim SoVD Schatzmeisterin mit Herz und Verstand.

Sportlich hält Mail Edling die Fahnen für die Gemeinde hoch. Edling nahm an der Deutschen Meisterschaft mit der U14 Mädchen-Gruppe im Judo teil und feierte weitere Erfolge mit der Judoka-Sparte. Sportlich geht es weiter mit Vera Kühn: Zweite Damenleiterin bei allen Großveranstaltungen des Vereins wie Osterfeuer, Wintervergnügen, Bundesligawettkampf, dem Herbstkaffee und dem Schützenfest. Des Weiteren organisiert sie mit ihrem Mann Wolfgang seit vielen Jahren das traditionelle Boßeln des Schützenvereins.

Für die Behindertengruppe Wathlingen/Flotwedel unverzichtbar: Thomas Nordhausen, Martina Paschkowski und Christa Gaschler, und Karin Robel. Sie alle zeigen großes Engagement und verpassen keinen Gruppenabend der Behindertengruppe.

In seiner Festansprache wies Bürgermeister Torsten Harms (CDU) darauf hin, dass einander Zeit schenken, der wichtigste Beweis für Gemeinsamkeiten sei. Daher sei auch das Motto der Gemeinde im Jahr 2020 „Zeit schenken …“. Gerade im Hinblick auf die 1000-Jahr-Feier im Jahr 2022 wies er darauf hin, dass nicht nur Rat und Verwaltung für dieses große Jubiläumsjahr arbeiten müssen, sondern dass es auch an der Zeit wäre, das BürgerInnen sich mit Ideen und Überlegungen in die Vorbereitung des Jubiläumsjahres einbringen. „Jeder ist gern gesehen und wir freuen uns über Ideen und das mitmachen“, so Harms wörtlich.

Auch für die Nachhaltigkeit Zeit aufzuwenden, dabei gehe es nicht darum, einen Becher zweimal zu verwenden, sondern um die einfache Frage wie wir viele Dinge gemeinsam so erledigen, dass beim geringstem möglichen Einsatz der maximale, lang andauernde Erfolg eintritt. Gerade im Generationen Park sei dies mit der Bühne geschehen, hier habe man festgestellt, dass in der Oberschule eine Tourneetheater geeignete Bühne ist, sodass ein solches Bauwerk in dem 2012 eingeweihten 4G Park nicht notwendig war. Es geht gerade um diese Dinge, die den Bürgerinnen und Bürgern möglichst viel bringen und die Gemeinde nicht nachhaltig belasten.

Mehr als 30.000 Besucher konnten bei Veranstaltungen in der Gemeinde Wathlingen gezählt werden. Aus Sicht des Bürgermeisters ist dies ein großer Erfolg, der zeige, dass man diesen Weg auch weiter in der Zukunft beschreiten solle. Wathlingen hat aus seiner Sicht einen hohen Wohnwert, den es auch für die Zukunft zu erhalten gilt.

„Ich bin nicht für die Kaliwerksbegrünung der Kali und Salz, weil sie nicht mit der Region gestaltet wird, sondern gegen die Region und nur am Profit orientiert“, so Wathlingens Bürgermeister. “Es gehört aber auch zu der Wahrheit, dass Rat und Verwaltung für den Fall, dass das Projekt trotzdem genehmigt wird, einen Plan B haben, um den Wohnwert in der Gemeinde zu sichern und zu steigern. Die Gemeinde hat keine Grundstücke an die Kali und Salz verkauft und wird dies auch in absehbarer Zeit nicht tun. Wer etwas anderes sagt, will bewusst Zwietracht schüren. Ein Zwietracht der nicht notwendig ist, da wir ja gerade in dieser Frage versuchen, an einem Strick ziehen, um maximales zu erreichen.“

Veränderungen sind erforderlich, um sich für die Zukunft zu wappnen. Um den hohen Wohnwert und die Lebensqualität in Wathlingen zu steigern, wird sich auch im Bereich des Einkaufens mit einem neuen Aldi Markt eine Veränderung ergeben. Weiterer Teilbereich des hohen Wertes ist die medizinische Versorgung. Hier wird die Verwaltung in naher Zukunft mit allen im Medizinbereich tätigen Wathlinger Betrieben und Ärzten ins Gespräch kommen, um die zukünftige Entwicklung im Medizinbereich zu gestalten. Erste Gespräche mit niedergelassenen Ärzten haben schon stattgefunden. Hans brachte in diesem Zusammenhang auch ein medizinisches Versorgungszentrum ins Gespräch.

Im Bereich Freizeit plant die Gemeinde das Stadion an der Kantallee zu sanieren und unterstützte den Schützenverein Freischütz e.V. mit einem Zuschuss für die neue digitale Schießanlage. Die Vernetzungsagentur soll in der Zukunft Vereine und Verbände gerade im Bereich der Verwaltungstätigkeit unterstützen und damit den Mitgliedern der Vereine lästige Verwaltungsarbeit abnehmen, damit sie sich dem Hobby widmen können. Dass Wathlingen vielfältige Hobbymöglichkeiten hat, stellten Michael Schmidt und Hans-Friedrich Niemann unter Beweis, sie präsentierten im Rahmen des Neujahrsempfangs ein Modellbahnmodul im Vorgriff auf die dritten Wathlinger Modellbautage am zwölften und 13. September 2020, die auch in diesem Jahr gemeinsam mit dem Celler Mobilitätstag durchgeführt werden.

Anschließend wies Harms in seiner Rede daraufhin, dass es kein Ehrenamtlicher verdient hätte, angepöbelt oder gar angegriffen zu werden. Jeder der, egal an welcher Stelle, ehrenamtlich für das Gemeinwohl unterwegs ist, hat die Unterstützung aller Bürgerinnen und Bürger verdient. Hierzu bedarf es keiner Pistolen, sondern des Eintretens für den anderen. „Und deswegen möchte ich sie motivieren, ‚Ja‘ zum Ehrenamt zu sagen. Unterstützen Sie dieses. Werden Sie ein Teil davon. Wathlingen braucht sie“, endete der Bürgermeister in seiner emotionalen Rede.

Für die musikalische Unterhaltung sorgten Markus Bahrs und Tim Funk.