CELLE. Das KAV-Gymnasium, die Berufsbildenden Schulen 2 und die katholische Gemeinde St. Ludwig kooperieren im Rahmen eines sozialen Projekts unter dem Titel „48 sozial aktiv – Zeit schenken“.

„Das ist ja prima, dass ihr hier Sitzbänke aufstellt und für uns Spaziergänger einen Ort zum Ausruhen schafft!“, äußerte eine Spaziergängerin in den Dammaschwiesen in Celle, als die Schülerinnen und Schüler des KAV-Gymnasiums und der BBS 2 in Celle ihre selbst hergestellten Bänke aufstellten. Diese sind das Ergebnis des Projektes „48 sozial aktiv – Zeit schenken“, das in Kooperation der beiden Schulen und der katholischen Gemeinde St. Ludwig stattfand.

„Das Dasein für mein Gegenüber und der wertschätzende Umgang sind für mich Grundlagen meines christlichen Glaubens – das möchte ich für meine Schülerinnen und Schüler erlebbar machen“, so Sebastian Poschmann, Religionslehrer und Schulseelsorger am KAV-Gymnasium. In einer sich immer mehr beschleunigenden Zeit war es das Ziel, Orte der Ruhe und Kommunikation zu schaffen und dadurch das Gespräch untereinander zu fördern. So entstand die Idee, Bänke zu bauen und diese abschließend thematisch mit Texten zu versehen, die zum Nachdenken und Austauschen anregen.

Die Kooperation zwischen dem KAV-Gymnasium und der BBS 2 entstand auf Ratschlag eines Vaters, der wusste, „dass dort die Profis sitzen, die das Projekt noch brauchte“. Und so konnte am 20. Juni 2019 die gemeinsame Arbeit beginnen, nachdem die Einzelteile der Bänke von den BBS-Schülerinnen und -Schülern in Vorarbeit hergestellt worden waren. Es wurde gemeinsam gefeilt, gemessen und geschraubt. Schnell war klar: Hier arbeiten Jugendliche gemeinsam an einem Ziel, egal von welcher Schule. „Es ist eine Freude zu sehen, wie die Jugendlichen hier mit Eifer und Freude zusammenarbeiten“, so Maria Rövenich-Werker von der katholischen Gemeinde St. Ludwig. Die Gemeinde ist mit dem KAV-Gymnasium über die Schulseelsorge verbunden, und neben den Dammaschwiesen wurden auch die Gemeinde und der katholische Kindergarten mit Bänken ausgestattet.

Am zweiten Projekttag wurden dann die Bänke auf Anhänger geladen und an ihre Bestimmungsorte gefahren. Mit Hilfe von Mitarbeitern der Stadt und der Hausmeister von St. Ludwig wurden die Bänke im Boden verankert. „Es ist wirklich schön zu sehen, mit welchem Eifer meine Schülerinnen und Schüler bei der Sache sind, und dass unser Plan vom ersten Modell bis jetzt zum Ergebnis gelungen ist“, sagt Thorsten Hülsmeyer, der das Projekt auf Seiten der BBS 2 mitorganisierte. Mit einem gemeinsamen Grillen bei der Gemeinde St. Ludwig endete der zweite Projekttag in fröhlicher Runde. „Man hört ja viel von Nächstenliebe und Menschlichkeit, aber während dieses Projektes wurde das Thema für mich direkt erfahrbar“, meinte Marlene aus dem Religionskurs vom KAV-Gymnasium nach den zwei Tagen gemeinsamem Tuns. Die tollen Ergebnisse waren möglich, weil das Projekt vom Bonifatiuswerk Paderborn und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung finanziell gefördert wurde. Die Kooperation verschiedener Institutionen und der Einsatz für den Nächsten gefielen beiden Organisation so gut, dass sie das Projekt unterstützten.

Der dritte Projekttag begann mit einem gemeinsamen Frühstück auf dem Pfarrhof von St. Ludwig. Anschließend wurden Aufsteller neben den Bänken installiert und an geschriebenen Texten gefeilt. Das Thema der Aufsteller war mit „Zeit“ schnell gefunden. Die Jugendlichen wollten klarmachen, dass man selbst in der Verantwortung ist, Zeit sinnvoll zu nutzen und sich nicht immer nur getrieben zu fühlen. „Es waren drei tolle Tage. Die gemeinsame Arbeit über Schulgrenzen hinweg machte Spaß, und gerade in einem hektischen Alltag erscheint es mir sinnvoll, sich auch mal Zeit zu nehmen – Zeit für sich und Zeit zum Austausch mit anderen“, resümierte Mila aus dem Religionskurs. Zum Ende sah man nur zufriedene Gesichter. Zeit zu schenken, macht offenbar Freude. „Gemeinsam zu arbeiten, aufeinander achtzugeben und sich für andere einzusetzen, das ist für mich ein auch in der Gegenwart noch möglicher Zugang zu unserem Glauben, ein Glaube, der den Menschen in den Mittelpunkt rückt“, fasst Sebastian Poschmann das Projekt noch einmal aus seiner Sicht zusammen.

Text: Dennis Karrasch





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