CELLE. Seit März 2018 werden bei der Datendigitalisierung des Zentrums für Arbeit und Beratung der Lebenshilfe Celle Akten ehemaliger Häftlinge des KZ Bergen-Belsen digitalisiert und für die Nachwelt erhalten. Das teilt die Lebenshilfe Celle mit. Über den Hintergrund informiert die Einrichtung wie folgt:

Vor etwa 20 Jahren erhielt die Gedenkstätte Bergen-Belsen eine umfangreiche Aktensammlung vom Irgun She’erit Hapleta, einer israelischen Organisation von Überlebenden des KZ Bergen-Belsen. Es handelt sich vorwiegend um sogenannte Entschädigungsakten, die Korrespondenzen derjenigen Betroffenen enthalten, die sich in den 1950er und 1960er Jahren um Hilfeleistungen und Entschädigungszahlungen durch die Bundesrepublik Deutschland bemüht haben.

Die Übergabe der Akten durch den Irgun She’erit Hapleta sei unter der Bedingung erfolgt, dass die Gedenkstätte die Akten erhält, erschließt und für die wissenschaftliche wie auch familiäre Forschung zugänglich macht. Doch der materielle Zustand der Akten sei problematisch. Die 50 bis 60 Jahre alten Papierakten würden zunehmend fragil, auch wenn sie seit 2007 angemessen konservatorisch in den Sammlungsräumen der Gedenkstätte aufbewahrt werden können. So entschied sich die Gedenkstätte für eine Digitalisierung des gesamten Bestandes und wandte sich damit an die Lebenshilfe Celle.

Das zuständige Digitalisierungsteam besteht aus drei Beschäftigten. Davon scannen zwei die einzelnen Blätter der Akten mit einem Flachbettscanner, während der dritte jede Seite kontrolliert und mit dem Original abgleicht. „Die vorliegenden Resultate sind durchweg hervorragend, die Zusammenarbeit verläuft sehr gut“, so die Gedenkstätte in ihrem aktuellen Jahresbericht.

Die ersten 10 der knapp 70 Kartons seien bereits erfolgreich abgearbeitet worden. „Bisher haben die Beschäftigten gut 34 500 Seiten aus über 600 Akten gescannt und archiviert. So können die Dokumente, die sich für die Arbeit der Gedenkstätte als von herausragender Bedeutung erwiesen haben, dauerhaft für die Nachwelt bewahrt und nutzbar gemacht werden“, so die Lebenshilfe.





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