HANNOVER. Während bei den Honigbienen immer auch einige Arbeiterinnen den Winter überleben, sterben bei den Hummeln außer der bereits begatteten Jungkönigin alle Tiere im Herbst ab. Im zeitigen Frühjahr suchen die Königinnen einen Nistplatz, um dort ein neues Volk zu gründen. Dazu werden Totholzhaufen, Steinspalten und Mäuselöcher gründlich inspiziert, manchmal auch Vogelnester oder gar Hausisolierungen.

„Dabei zehren die Jungköniginnen zunächst noch von Nahrungsvorräten aus dem Vorjahr, die sie in ihrem Honigmagen eingelagert haben. Bald aber sind die Vorräte aufgebraucht und dann ist es wichtig, dass rechtzeitig und in ausreichendem Maß nektarspendende Blüten zur Verfügung stehen“, weiß Philip Foth, Pressereferent des NABU Niedersachsen zu berichten. Zur Entwicklung der Eierstöcke fressen die Königinnen außerdem auch Blütenpollen.

Dennoch machten Schlechtwetterphasen den heimischen Hummeln stark zu schaffen – auch weil dann viele Pflanzen ihren Blüten nicht öffnen und Nahrungsmangel herrscht. Findet man eine entkräftete Hummelkönigin im Garten oder auf der Terrasse, lässt sich dem Tierchen recht einfach helfen. Der NABU-Pressereferent gibt dazu einen hilfreichen Tipp „Man kann Ihre Majestät mit bloßen Händen oder einem Stück Papier vorsichtig aufheben. Dann sollte man einen halben Teelöffel Zucker in etwas lauwarmem Wasser auflösen und dem Tier per Löffel anbieten. Innerhalb einiger Minuten kann sich die Hummel mit ihrem langen Saugrüssel mit bis zu einem Drittel Teelöffel Energie betanken.“ Wer jetzt im zeitigen Frühjahr einer Hummelkönigin hilft, rettet nicht nur ein einziges Tier, sondern gleich einen ganzen, noch im Entstehen begriffenen Hummelstaat.

Gerne nehmen Hummeln menschengemachte Nistkästen an. Solche Unterkünfte lassen sich problemlos selbst basteln, auch der Fachhandel bieten Nistkästen an. Die Ansprüche der Hummelarten sind so unterschiedlich, dass es sinnvoll ist, unterschiedliche Nisthilfen herzurichten. Generell ist aber laut NABU eine naturgerechte, abwechslungsreiche Gartengestaltung besser als jede Nisthilfe. Dazu gibt der Umweltverband Tipps in seiner Broschüre „Gartenlust“, die gegen Einsendung eines 10 Euro-Scheins beim NABU Niedersachsen zu bestellen ist. Dazu erhalten die Einsender eine exklusive Broschüre „Die Hummeln Niedersachsens“, welche unter anderem die norddeutschen Hummelarten portraitiert. Zu bestellen ist das Paket beim NABU Niedersachsen, Kennwort „Hummelpaket“, Alleestraße 36, 30167 Hannover.

Wer sich schon einmal die norddeutschen Hummelarten kennenlernen möchte, kann unter https://niedersachsen.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten/hautfluegler/hummeln/index.html einen ersten Blick auf die Tiere werden.

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