Zukunftsinvestitionsprogramm für barrierefreie Bahnhöfe - Unterlüß ist nicht dabei

Von Redaktion | am Mo., 18.04.2016 - 19:13

UNTERLÜSS. Der Bahnhof Unterlüß wird offenbar doch nicht, wie bisher angenommen, in naher Zukunft barrierefrei ausgebaut. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr hervor. Unter der Überschrift "16 kleine Bahnhöfe in Niedersachsen werden in den kommenden Jahren barrierefrei ausgebaut" teilt Wirtschaftsminister Olaf Lies mit, er freue sich darüber, dass das Land dafür Mittel im Umfang von knapp 13 Millionen Euro zur Verfügung stelle.

Insgesamt werden von Bund, Land und Deutscher Bahn 34 Millionen Euro investiert. Den Gemeinden entstehen keine Kosten. Es sei gut, dass der Bund die Notwendigkeit erkannt habe, dass auch an kleinen Stationen die Herstellung der Barrierefreiheit wichtig sei, so Lies. Die Namen der betreffenden Orte, die in den Genuss barrierefreier Bahnsteige und Bahnsteigzugänge kommen, reichen von Barnten im Landkreis Hildesheim bis Weener im Landkreis Leer. Unterlüß ist nicht dabei.

„Die Entscheidung, welche Stationen realisiert werden, lag beim Bund in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn AG. Leider ist Unterlüß negativ bewertet worden“, teilte Sabine Schlemmer-Kaune, Pressesprecherin des Landesministeriums auf Anfrage von Celleheute mit. Das Land  habe den Bahnhof der Gemeinde Südheide beim Bund angemeldet, in der Hoffnung, dass dieser auch in das Zukunftsinvestitionsprogramm aufgenommen werden. Dem Land gegenüber habe die Deutsche Bahn signalisiert, dass es wohl nicht möglich sei, das Projekt bis 2020 zu realisieren.

Voraussetzung für Anmeldung und Zuschlag war neben der Zahl der Ein- und Aussteiger auch, die Einschätzung der bahntechnischen Umsetzbarkeit während der Programmlaufzeit. Diese war ursprünglich bis 2020 angesetzt, es wird aber davon ausgegangen, dass die 16 ins Programm aufgenommenen Bahnhöfe schon bis 2018 barrierefrei sind.

Ein weiterer Grund für die negative Bewertung könnte sein, dass in Unterlüß kein „Bedarfsschwerpunkt“ erkannt wurde. Dieser liegt vor, wenn der Bahnhof eine besondere Bedeutung für Seniorenwohnheime, Kindergärten oder Einrichtungen für Menschen mit Handicap hat.

Ein Hoffnungsschimmer für Unterlüß könnte nun noch das Landesprogramm „Niedersachsen ist am Zug III“ sein.  Im Rahmen dieses Programms sollen in den nächsten Jahren weitere 41 Stationen landesweit modernisiert und barrierefrei ausgebaut werden.
Text: Susanne Zaulick
Foto: Florian Friedrich / LANDLUFT-Celle