Heute wäre der ehemalige Celler Oberbürgermeister Dr. Helmuth Hörstmann 102 Jahre alt geworden – zum Geburtstag erhält er ein ganz besonderes Geschenk: Eine nach ihm benannte Orchidee.

„Wer braucht schon eine Straße, wenn man auch Orchideen haben kann?“ Das fragte sich offenbar der über Celles Stadtgrenzen hinaus bekannte Wienhäuser Blumenzüchter und Gärtner Günther Dankmeyer. Die umstrittene „Entziehung der Ehre“ des ehemaligen Celler Oberbürgermeisters Helmuth Hörstmann durch den Celler Stadtrat kann der 79jährige bis heute nicht verstehen. Im Februar entschied der Rat nach monatelangem teils heftigen Streit mit 23 zu 17 Stimmen und einer Enthaltung für eine Umbenennung des Helmuth-Hörstmann-Weges in „Am Französischen Garten“, der Adresse des Neuen Rathauses. Grundlage dafür war ein von namhaften Instituten und Historikern kritisiertes Gutachten (CelleHeute.de berichtete mehrfach und geriet durch die exklusive unzensierte Wiedergabe selbst „zwischen die Fronten“).

Dankmeyer suchte nach diesen Wirren nun nach einem Weg, Hörstmann eine Ehrung zukommen zu lassen, die man ihm nicht je nach politischer Großwetterlage wieder entziehen konnte. „Hörstmann war ein Orchideen-Freund, auch die Queen bekam bei ihrem Besuch von ihm persönlich welche überreicht – von meinem damaligen Arbeitgeber Orchideen Wichmann“, so der Wienhäuser. Was lag also näher, als ihm selbst eine zu schenken? Beim zuständigen „Patentamt“ in England war der Coup dann geglückt: Eine besondere Züchtung, ganz genau ein Frauenschuh, trägt nun den Namen „Memoria Dr Helmuth Hoerstmann“.

Dr. Udo Hörstmann, Sohn des Geehrten und selbst Bürgermeister der Stadt, wurde von dieser Widmung überrascht und ist gerührt. „Meinem Vater ist zwar Unrecht widerfahren, aber letztlich ging es streng genommen nur um eine graue Straße und einem blauen Schild. Jetzt strahlt eine farbenfrohe Blume mit dem Namen meines Vaters von Celle in die Welt – das ist durchaus eine Steigerung. Und: Diese Ehre kann ihm niemand mehr nehmen. Ein besseres Geburtstagsgeschenk kann ich mir nicht wünschen, wir werden diesen Tag mit meiner Familie gebührend feiern.“

Es ist nicht so, dass jeder irgendwo irgendeine Blume anmelden könnte, ähnlich wie man sich über Ebay beispielsweise wertlose Sterne kaufen kann. Günther Dankmeyer ist ohne Frage eine Koryphäe auf diesem Gebiet. Der Gärtner wurde 1932 in der neben Celle ebenfalls weltbekannten Blumenstadt Erfurt/Thüringen geboren. Nach dem Verlassen der DDR 1950 kam er über die Herrenhäuser Gärten Hannover in die Orchideengärtnerei Wichmann-Orchideen nach Celle und arbeitete dort 29 Jahre.

Sein Lehrmeister war der legendäre Spezialist und Züchter Artur Elle. Günther Dankmeyer gehörte zu den Gründern der DOG Bewertungs-Jury und war dort viele Jahre tätig. Seine offizielle Gärtnertätigkeit beendete er in der Paphiopedilum-Zuchtstätte
„The Royal Orchid in Bonn”.

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