MÜDEN/ÖRTZE. Es war im Jahr 1987, als Eisenbahner-Kollegen von Hans-Dietrich Springhorn in Hamburg endlich wissen wollten:  „Der erzählt so viel von seinem Dorf, wo kommt der her?“ Müden/Örtze, wo liegt dieser Ort, was ist da in der Südheide bloß los? Warum fährt Springhorn fast jedes Wochenende aus der Weltstadt Hamburg auf ein ‚Kuhdorf‘? Aus einem Wochenende im Hochsommer auf dem Müllernhof mit viel Bier und Grillwürsten entwickelte sich ab Spätherbst 1988 ein traditionelles Treffen in und um die alte Bauernkate im historischen Ortskern. Die Eisenbahner akzeptierten folgende Bedingungen: Viel Arbeit mit unglaublichen Mengen an Eichenlaub – bei Wind und Wetter – und dafür freie Kost und Logis. Bis heute im Jahr 2018 hält diese Freundschaft. Ein ehemaliger Kollege kommt zu diesem Treffen extra aus dem Saar land angereist – Laub wird seit 2011 nicht mehr geharkt.

Mathias Lunig, CDU-Vorsitzender, Ortsvorsteher und Gemeinderat und seine Frau Birgit, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates der katholischen Heiligen-Geist-Kirche, kommen aus Gonnesweiler-Nohfelden, im Saarland. Die beiden reisen seit Jahren immer als Erste schon ein paar Tage früher Ende November in Müden an. Die anderen Laubharker – aus Hittfeld – und auch das Ehepaar Springhorn-Artelt sind frühestens Donnerstag- bzw. Freitagnachmittag da. Bis 2010 wurden am Freitagnachmittag und am Samstag die Arme hochgekrempelt und oft Unmengen, teils mit Schnee vermischtes Eichenlaub, aus dem Garten hinter und von der Alten Dorfstraße vor der alten Bauerkate zusammengeharkt. Das Laub wurde auf große Treckeranhänger verladen und abtransportiert. Dabei und abends wurde reichlich getrunken und gegessen.

Seit einigen Jahren – die Bauernkate hat den Besitzer gewechselt – trifft man sich nur noch zum gemütlichen Beisammensein und macht Ausflüge in die nähere Umgebung. Das gute Essen und Trinken kommt dabei auch heute nicht zu kurz. In diesem Jahr, dem Jubiläumsjahr sollte es etwas Besonderes sein: Der Müdener Ortsvorsteher Volker Nickel wurde gebeten ein paar nette Worte zu sagen. Am Samstag, den 24. November, begrüßte Nickel unter anderem seinen Partei- und Amtskollegen aus dem Saarland und fand treffende Worte um die Laubharker und ihre langjährige Freundschaft zu würdigen. Kleine Präsente zur Erinnerung, u. a. natürlich regionale Erzeugnisse wie Honig wurden in Gegenwart vom Müdener Ortsvorsteher von den Gastgebern den befreundeten Ehepaaren zum 30. „Jubiläum“ überreicht.

Die Laubharker 2010: (von links) H.-D. Springhorn, H. Bonnesen, M. Lunig und C. Minnack

Text: Hans-Dietrich Springhorn

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